Wolfgang LaibWolfgangs Laibs Installationen im Schloss Belvedere, die in diesem Band sorgfltig dokumentiert sind, ffnen uns einen der privilegiertesten und poetischsten Orte des klassischen Weimar. Laib fhrt ihn in unsere heutige Zeit, gibt ihm eine bildhauerische wie imaginre Dimension: Die vier wchsernen Schiffe, aufgebahrt auf einem einfachen Gestell im Erdgeschoss, sind wie abgestellt zu einer noch ungewissen spteren Benutzung. Der Blick aus den Fenstern in
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Wolfgangs Laibs Installationen im Schloss Belvedere, die in diesem Band sorgfältig dokumentiert sind, öffnen uns einen der privilegiertesten und poetischsten Orte des klassischen Weimar. Laib führt ihn in unsere heutige Zeit, gibt ihm eine bildhauerische wie imaginäre Dimension: Die vier wächsernen Schiffe, aufgebahrt auf einem einfachen Gestell im Erdgeschoss, sind wie abgestellt zu einer noch ungewissen späteren Benutzung. Der Blick aus den Fenstern in den Park zeigt uns den Ort, von dem aus eine solche Reise beginnen würde; jenen Ort, an dem wir noch sind. Die fünf unbesteigbaren Berge, aufgehäuft im historischen »Tischlein Deck Dich«-Pavillon auf dem Dach des Belvedere, sind solche für Reisen des Geistes, der Vorstellung. Unser Blick geht an ihnen entlang in die Ferne, auf die besteigbaren Hügel des Ettersberges und weit in das Thüringer Land. Angesichts des fernen Turmes von Buchenwald beschwört der Künstler die Schönheit und das humane Maß der Kunst. In der Kraft der gesammelten Kontemplation in seinem Raum der unbesteigbaren Berge ist auch jenes Wissen um Vernichtung und Schrecken geborgen, das manchen Betrachtern mit der reinen Schönheit der Kunst so unvereinbar erscheint.